Frauen kommunizieren anders
Der Redenberater (Nr.3 April/Mai 2000)
Artikel: "Für Sie gelesen:" Martina Aron-Weidlich zum Thema: Kommunikation

Frauen kommunizieren anders

Von Axel Gloger

Dass sich Mann und Frau in vielerlei Hinsicht unterscheiden, ist eine Binsenweisheit. Doch worin besteht der „kleine Unterschied” auf dem Feld der Kommunikation? Und wie verhalten sich Rednerinnen optimal? In der „Frankfurter Neuen Presse” gab die Kommunikations-Trainerin und Unternehmens-Beraterin Martina Weidlich Antwort:

Viele Frauen drücken sich schwammig aus. Wenn Sie einen Gesprächstermin mit ihrem Vorgesetzten vereinbaren, sagen Sie: „Könnte ich eventuell einen Termin vereinbaren, um mit Ihnen zu sprechen” Über die zaghaften Formulierungen ihrer Geschlechtsgenossinnen fällt Martina Weidlich ein vernichtendes Urteil: „Das nimmt kein Mensch ernst”

Sollen Rednerinnen deshalb üben, Füllwörter wie „eventuell” und „vielleicht” zu vermeiden? Nein, das reicht nicht! Das Problem sitzt tiefer. Die Kommunikations-Beraterin: „Es geht um die Überzeugung, die hinter einer Aussage steckt. Nämlich: 'Er hat sicher etwas Besseres zu tun, als mit mir zu reden' Wenn eine Frau dagegen sagt: 'Ich möchte gerne einen konkreten Termin vereinbaren, um etwas Wichtiges mit Ihnen zu besprechen', dann drückt sie die Überzeugung aus: 'Ich habe eine wichtige Information für meinen Chef, mit der er und ich besser weiterarbeiten können'. Eigenartigerweise empfinden Frauen einen solchen Satz als Drohung. Für Männer ist das eine ganz normale Vereinbarung.

Viele Frauen haben Probleme mit der richtigen Tonlage, „weil sie eine hohe Stimme haben, die schnell gepresst klingt”, so die Erkenntnis der Kommunikations-Trainerin. Da empfiehlt es sich, bewusst etwas tiefer zu sprechen. Probieren Sie's einmal aus!

Die richtige Kleidung öffnet in vielen Fällen Türen. Männern wie Frauen gibt Frau Weidlich den Tipp: „Passen Sie sich nicht einfach an, indem Sie nur noch graue Anzüge anziehen. Überlegen Sie sich stattdessen: 'Wie platziere ich mich? Wen will ich auf welche Weise für mich einnehmen?'” Aus diesem Grund sind Frauen den Männern bei der Kleidung um eine Rocklänge voraus. Denn Weiblichsein ist unsere Stärke. Wir haben ein viel breiteres Repertoire an modischen Stilen, aus dem wir schöpfen können.